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Eine kurze Geschichte der Priorisierung

Beim Wort Priorisierung läuft vielen Projektbeteiligten ein kalter Schauer über den Rücken, ist es doch häufig verbunden mit viel Mühe und Ärger. So ist es auch bei dieser Geschichte, in der die kreativen Köpfe (das Management), die Hüter der Ideen (das Projektmanagement) und der Weise Rat (die Geschäftsführung) um die erfolgreichsten Ideen des Stamms (der Mitarbeiter) stritten. Dies ist ein Gastbeitrag von Anna-Lena Lorenz (@roadranna)

Am Anfang war die Idee. Sie war in ihrer Art nicht alleine, sie teilte sich das Backlog mit 250 anderen. Diese Ideen hatten verschiedenste Eigenschaften. Die einen waren klein und schüchtern, die nächsten waren groß, hatten einen langen grauen Bart und niemand interessierte sich für sie. Und dann gab es noch die jungen hippen Ideen, die sich selbstbewusst im Backlog bewegten, weil sie wussten, dass sie viel Geld bringen würden, wenn sie erst einmal zum Leben erweckt wurden.

All diese Ideen konnten eines nicht besonders gut: sich in einer sinnvollen Reihe aufzustellen. Leider konnten sich auch die kreativen Köpfe nicht darauf einigen, in welcher Reihenfolge sie abgearbeitet werden sollten. Sie hatten dabei nur ihren eigenen Vorteil im Hinterkopf und nicht den Erfolg des Stammes.

So hatte der Weise Rat das Problem zu entscheiden, welche dieser unterschiedlichen Ideen die wertvollste sei und damit als erste entwickelt werden sollte. Dabei versuchten die Hüter der Ideen dem weisen Rat auf unterschiedlichste Arten zu helfen.

Gemeinsam unternahmen sie einige Anläufe, um den verrückten Ideenhaufen zu verstehen, zu ordnen und die wertvollsten herauszufiltern.

Beim ersten Mal übernahm der Weise Rat die Führung, der am nächsten an den Ideen dran war und sie damit am besten verstand.

Ein anderes Mal gab es einen Wettbewerb, in dem alle kreativen Köpfe ihre Ideen kurz vorstellen durften und der Weise Rat im Anschluss zu einem Ergebnis kam.

In der Zwischenzeit hatte sich die Zusammensetzung des Weisen Rates verändert. Daraufhin kehrte mehr Bürokratie in das Stammesleben ein. Auf einmal musste jede Idee erst von einem Mitglied des Weisen Rates genehmigt werden, bevor sie überhaupt in das Backlog durfte.

Ein Muster zog sich die Zeit über durch: für gewöhnlich setzten sich die lautesten Ideen durch, und die, die am meisten Geld für den Stamm brachten. Am Anfang des Jahres übernahm ein neuer Weiser Rat das Regiment und sprach mit allen kreativen Köpfen einzeln über ihre Ideen und entwickelte einen Plan für das ganze Jahr. Die Hüter der Ideen versuchten ihn davon zu überzeugen dass ein Jahresplan nicht viel Sinn macht, da der Stamm jetzt noch nicht wisse welche Gefahren im Sommer auf ihn zukommen würden und man nicht darauf reagieren könnte. Doch der eine Weise Rat überzeugte seine Kollegen und man legte diesen Plan fest.

Lange Monate entwickelte der Stamm die Ideen des Plans und bereits im dritten Monat kam es zu einer zeitlichen Verzögerung. Langsam wurden auch die Stimmen im Stamm lauter dass sie wieder tolle Ideen hätten und gerne eine neue Reihenfolge haben wollten. Irgendwann konnte sich der Weise Rat nicht mehr taub stellen und sie fragten die Hüter der Ideen um Rat.

Diese schlugen vor sich auf Neuland zu wagen. Zuerst sollten sich alle von ihren alten Ideen trennen, damit das Backlog leer ist. Um es wieder zu füllen durfte jeder kreative Kopf eine kleine Idee in einer Runde aus dem weisen Rat, den kreativen Köpfen und den Ideenhütern vorstellen. Nach der Vorstellung solle diese Runde gemeinsam entscheiden, welche 5 Ideen die kostbarsten für den Stamm sind.

Am Ende war das Experiment:

Das erste Mal entscheidet der Stamm gemeinsam über seine Zukunft und glaubt daran dass dies gut sein wird.

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